Wie Fake-Testportale tricksen, um Sie zum Bestellen zu bewegen

7. Juli 2020 - IT-Security
News
Emotet: Erste Angriffswelle nach fünfmonatiger Pause
Nach mehrmonatiger Pause haben Forscher eine neue Emotet-Angriffswelle beobachtet. Die Ziele ...
Wie Fake-Testportale tricksen, um Sie zum Bestellen zu bewegen
So fallen Sie nicht auf Fake-Testportale rein: Verbraucher suchen täglich im Internet nach ...
„EvilQuest“: macOS-Ransomware verschlüsselt Nutzerdaten zwecks Erpressung
IT-Experten haben eine besonders hinterhältige Schadsoftware entdeckt, die befallene Mac-Computer ...
Laptop mit Fake-Testportal

Die erste Anlaufstelle für eine unabhängige Meinung oder einen seriösen Test zu einem Produkt sind meist Portale wie die Stiftung Warentest. Viele Verbraucher machen ihre Kaufentscheidung von Produktbewertungen abhängig. Da ist es kaum verwunderlich, dass es immer mehr Fake-Testportale im Internet gibt die ratsuchende Kunden mit geschönten Produktbewertungen fragwürdige Produkte empfehlen. Wir zeigen Ihnen auf wie Sie unseriöse Testseiten erkennen:

Recherchieren Sie zunächst online nach einem entsprechenden Test bei der Stiftung Warentest. Diese Testurteile sind das Ergebnis umfassender Labortests, durchgeführt von qualifiziertem Personal. Solche Test sind aufwändig und entsprechend kostenintensiv. Die Stiftung Warentest lässt sich diesen Service allerdings bezahlen – entweder über den Kauf monatlich erscheinender Printmagazine oder gegen eine Gebühr für online abrufbare Testberichte. Doch viele Kunden möchten diese Gebühren umgehen und suchen nach frei verfügbaren Produktempfehlungen und landen dabei immer wieder auf Fake-Testportalen.

So tricksten Fake-Testportale um Sie zum Kaufen zu bewegen

Die Betreiber dieser gefälschten und teils erfundenen Warentests verfolgen ein einziges Ziel: Der Kunde soll das "getestete" Produkt bestellen und der Betreiber des Fake-Portals streicht eine Händler-Provison ein. Dieses, eigentlich legale Geschäft zwischen Partnerunternehmen, beschert den Fake-Testportalen z. B. bei einem auf Amazon gelisteten Händler zwischen 1 und 12 Prozent des Netto-Preises. Online finden sich sogar Anleitungen wie solche Portale schnell und kostengünstig aufgesetzt werden können. Geht das Portal online, lockt es die Kunden bei ihrer Google-Recherche mit scheinbar seriösen Warentests auf seine Webseite. Keine der vorgestellten Waren werden dabei wirklich getestet. Sie sollten misstrauisch werden, wenn die Produktvorzüge willkürlich und ohne Substanz zusammengeschrieben sind.

Fake-Bewertungen platzieren sich oft vor seriösen Testanbietern. Daran ist Google nicht ganz unschuldig. Meist sind die Texte bis ins kleinste Detail suchmaschinenoptimiert und dadurch wandern sie oft ganz weit nach oben in den Suchergebnissen. Oft werden mangelhafte oder ungenügend getestete Prdoukte mit einer Top-Bewertung aufgeführt. Es wird gezielt verschleiert, dass der auf den ersten Blick hochwertige Kindersitz schwere Sicherheitsmängel aufweist oder Giftstoffe absondert.

Folgende Indizien entlarven Fake-Testportale:

  • Starke Fokussierung auf Produktlinks zum Online-Händler: Der Button zum Produkt wird in den Vordergrund gestellt und meist auch an mehreren Stellen innerhalb des Tests platziert.
  • Hohe Konzentration von Testsiegern: Fast jedes Produkt wird auf Fake-Testportalen mit einer guten oder sehr guten Test Note bewertet.
  • Fehlende Testergebnisse: Mehr als die Testnote bekommen Sie meist nicht zu sehen – vollständige Produkttests oder gar ein Hinweis, wie sie durchgeführt wurden, sind auf Fake-Testportalen so gut wie nie vorhanden. Achten Sie darauf, ob Produkte in einer Testsituation gezeigt werden oder ob nur ein Herstellerfoto abgebildet ist, denn dann ist Vorsicht geboten.
  • Perfekt auf das getestete Produkt abgestimmte Domain-Namen: Ein Name wie Kinderwagentest.de soll Vertrauen schaffen, doch hinter solchen Webseiten verbirgt sich fast immer ein unseriöses Test-Portal.
  • Die Testsieger-Grauzone: Den Begriff Testsieger umgehen Fake-Anbieter geschickt, mit Umschreibungen wie Vergleichssieger: Denn ohne durchgeführten Test kann es natürlich auch keinen „Testsieger“ geben.
  • Impressum und Datenschutzerklärung fehlen: Sind auf der Seite weder eine eindeutige Anschrift, ein Handelsregistereintrag oder der Name des Verantwortlichen zu finden, handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um ein Fake-Testportal. Seriöse Anbieten haben immer ein Impressum und eine Datenschutzerklärung.

Fazit
Stiftung Warentest und seriöse Testmagazine betreiben einen immensen und entsprechend teuren Aufwand. Die wichtigsten Kriterien dabei, auf die Sie sich als Verbruacher stets verlassen können, sind Transparenz und Nachvollziehbarkeit. Bei Fake-Testportalen steht hingegen immer das wirtschaftliche Interesse des Seitenbetriebers an erster Stelle. Sie sollen nur zum Kauf bewegt werden. Die wahre Qualität der Produkte wird Ihnen dabei bewusst vorenthalten.

Quelle: www.trustedshops.de